28.09.2011

Massive Kostenerhöhungen in der Hefeindustrie

Massive Kostenerhöhungen in allen kalkulationsrelevanten Bereichen setzen die deutschen Hefehersteller unter Druck. Allein Melasse, der Grundstoff der Hefeherstellung, hat sich gegenüber dem Vorjahr um 40 % verteuert. Die Herstellung von einem Kilogramm Backhefe erfordert den Einsatz von 1,3 Kilogramm Melasse.

Die Melasse-Jahreskontrakte werden bis zum Frühsommer geschlossen. Die voraussichtlich gute Zuckerrübenernte der Kampagne 2011/2012 wirkt sich also auf die jetzt geltenden Preise nicht aus. Aus der Alternte ist nichts mehr verfügbar. Ein Ausweichen auf alternative Rohstoffe ist nicht möglich. Weder Preis noch Aufwand für die technische Umrüstung der auf Melasse ausgelegten Produktionsanlagen lassen dies zu. Selbst die Preise für außerhalb der Quote verkauften Industriezucker sind mangels Masse so sehr gestiegen, dass der Einsatz wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist. Die freien Mengen werden fast vollständig in der Äthanolproduktion verarbeitet.

Auch die zur Hefeherstellung benötigten Nährstoffe sind um 10 bis 30 % teurer als im Vorjahr. Wichtige Vitamine wie Biotin, Vitamin B1 und B6 schlagen mit bis zu + 180 % zu Buche. Die Preissteigerungen bei weiteren Hilfsstoffen liegen zwischen 30 und 100 %. Hinzu kommen höhere Verpackungskosten (Papier, Kartonage und Kunststoffe + 15 bis +25 %) und steigende Energiepreise. So liegt allein die EEG-Abgabe um 30 % höher als im letzten Jahr. Dies wirkt sich auf energieintensive Betriebe, wie die Hefeproduktion sie erfordert, besonders gravierend aus (Belüftung und Kühlung während und nach der Fermentation, Dampferzeugung zur Sterilisation von Anlagen und Fermentern sowie aufwendige Abwasserbehandlung).

Die Backhefehersteller in Deutschland arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung aller Produktions- und Verwaltungsprozesse. Die aktuellen Kostensteigerungen in praktisch allen Bereichen lassen sich jedoch in den durchrationalisierten Betrieben der Hefeindustrie nicht mehr auffangen, sie gehen an die Substanz der Unternehmen.


Kontakt:
Deutscher Verband der Hefeindustrie e.V.
Dirk Radermacher
Reuterstraße 151
53113 Bonn
Tel.: 0228 / 21 20 17
Fax: 0228 / 22 94 60
E-Mail: radermacher@verbaendebuero.de